Brandschutznormen

Brandschutznormen

Brandschutznormen für Textilien in öffentlichen Gebäuden

Für den Einsatz von Stoffen, Geweben, Textilien in öffentlichen Gebäuden sowie bei öffentlichen Veranstaltungen muss in Deutschland der Nachweis der Schwerentflammbarkeit erbracht werden. Doch welche Anforderungen konkret müssen dabei erfüllt werden - und welche Normen gelten international?

In Deutschland schreibt der Gesetzgeber die Erfüllung der Brandschutznorm in §19 der Musterbauordnung, der Beherbergungsverordnung und den landesspezifischen Versammlungsstättenverordnungen vor. Dies bedeutet, in allen Bereichen mit Publikumsverkehr, gelten diese Bestimmungen: Diese gilt u.a.:

- In öffentlichen Gebäuden
- In Theatern, Schauspielhäusern, Opern und Kleinkunstbühnen
- In Schulen, Hochschulen, Fachschulen oder Ausbildungsstätten
- In Hotels und Gaststätten
- In Verwaltungsgebäuden, öffentlichen Büchereien und Einrichtungen
- In Messehallen und Ausstellungshallen
- In Eventzelten

Dekorationsmaterialien müssen entsprechend DIN 4102 oder DIN EN 13501-1 mindestens schwer entflammbar sein, ist die gängige Forderung in Deutschland in den technischen Richtlinien für Aussteller, Veranstalter, Servicefirmen, Standbaufirmen und Dienstleister. Diese technischen Richtlinien sind i.d.R. als fester Vertragsbestandteil von den Vertragspartnern eigenverantwortlich einzuhalten. Mit Dekorationsmaterialien sind ebenso Wandverkleidungen, Raumteiler, Vorhänge, Displays, Textilsegel, Banner, Fahnen und dergleichen gemeint.

Was bedeutet »Schwer entflammbar«?

»Schwer entflammbar« beschreibt die Baustoffklasse B1 nach DIN 4102-1 als grundsätzlich brennbare Produkte, die aber selbstverlöschend sind – also nicht selbsttätig weiter brennen. Die Norm DIN 4102-1 klassifiziert Baustoffe und Bauteile anhand des Brandverhaltens und schreibt den Nachweis u.a. bei Textilien oder Stoffen vor. Um die B1-Kriterien zu erfüllen, müssen die getesteten Stoffe nach einem Brandschachttest noch eine mittlere Restlänge von mehr als 15 cm aufweisen und die mittlere Rauchgastemperatur von 200 Grad Celsius unterschreiten. Akkreditierte Prüfinstitute prüfen und klassifizieren die Produkte gemäß der geltenden Norm, genauso auch die Gewebe von IBENA.

Europäische Brandschutznorm für Textilien in öffentlichen Gebäuden

Die DIN EN 13501-1, die europäische Norm, hat das Ziel die nationalen Normen zu vereinheitlichen. Die europäische Klassifizierung für das Brandverhalten von Baustoffen beschreibt zusätzliche Parameter wie Rauchentwicklung und das brennende Abfallen/Abtropfen. Demnach müssen schwerentflammbare Baustoffe mindestens die Klasse C s3 d2 erfüllen. (s = smoke/Rauch und d = droplets/Tropfen) Maximal ist B-s1 d0 in dieser Klasse möglich, das Material darf weder brennend abfallen noch Rauch entwickeln. Die Klassifizierung beruht auf dem so genannten Radiant-Panel-Test (Strahlungstest). Die Proben werden durch einen Wärmestrahler erhitzt und wiederholt mit einem Kleinbrenner an den Kanten entzündet. Die Flammausbreitung und -dauer sowie abtropfende Probenteile beeinflussen das Testergebnis.

In Frankreich, Luxemburg und Belgien ein Test „Brûleur Électrique“ gemäß der Norm NFP 92503 M1 durchgeführt. Das Prüfergebnis M1 hat einen noch höheren Stellenwert als die deutsche B1-Zertifizierung. Ein Großteil der von IBENA für diese Zwecke hergestellten Stoffe und Gewebe entsprechen dieser Norm. Die Versuchsanordnung entspricht in etwa dem europäischen Test, das Material wird in einem Winkel von 30 Grad zum Strahler angeordnet und mittels einer Gasflamme entzündet. Der Unterschied ist, dass die Flamme an die Stoffoberfläche gehalten wird und nicht an die Kanten. Das Material darf höchstens fünf Sekunden brennen, es darf nichts abfallen, und die ursprüngliche Größe muss beibehalten werden. Dann erzielt es das begehrte Ergebnis M1, das weltweit hohes Ansehen genießt.

Internationale Brandschutznormen

Die europäische Norm soll die vielen nationalen Normen der Mitgliedsstaaten ersetzen. Es wird sich zeigen, ob die Norm es schafft, von allen anerkannt zu werden. Bislang ist in Deutschland vorwiegend vom B1- und M1-Zertifikat die Rede. Auch international genießen diese Prüfmethoden hohes Ansehen. Dennoch stellen manche Hersteller ihren Kunden auch Zertifikate für Amerika oder Asien zur Verfügung.

In Amerika gelten der Standard NFPA 701 der National Fire Protection Association sowie die kalifornische Prüfnorm CA 1237. Für den asiatischen Raum werden oft die japanischen Zertifikate z.B. F-13039 anerkannt.

Qualität des Brandschutzes

Bei textilen Flächengebilden, wie Geweben oder anderen Stoffen wird für die typischen Anwendungsbereiche in Werbetechnik, Messe- und Bühnenbau wie auch im Showbiz- und Event-Umfeld entweder flammhemmend ausgerüstete Textilien eingesetzt – man spricht hier von FR=flame retardant=flammhemmend oder Stoffe aus originär bereits flammhemmenden Fasern, die man mit IFR=inherently flamme retardant= inhärent flammhemmend bezeichnet. Dies wird insbesondere dann bedeutend, wenn das Gewebe gewaschen werden soll. FR-Gewebe können ihre Eigenschaften sukzessive in Wäsche oder Reinigung verlieren, bei IFR-Stoffen bleibt sie erhalten. IBENA sowohl flammhemmend ausgerüstete, wie auch inhärent flammehmende Gewebe an.

Andere Anwenungsbereiche

Natürlich gibt es in Feuerwehr, Polizei und Motorsport, wo das Gewebe regelmäßig Schutzbarriere zwischen Mensch und Feuer darstellt, noch ganz andere Anforderungen und Normen auf die sich unser Geschäftsbereich IBENA PROTECT spezialisiert hat. (http://www.protect.ibena.de)